9. Juni 2021 Diskussion/Vortrag Jetzt wird es ernst!

Ernst Röchling als Uni-Ehrensenator?

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Veranstaltungsort

Online-Veranstaltung

Zeit

09.06.2021, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Erinnerungspolitik / Antifaschismus

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Jetzt wird es ernst!
Archiv: Luitwin Bies

Viel wurde in den letzten Jahren über die Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke und die dortige Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs diskutiert. Im Fokus stand hierbei meist Hermann Röchling, der allmächtige „Stahlbaron“, „Wehrwirtschaftsführer“ und Wegbereiter Hitlers an der Saar. Drei Röchlings verurteilten einst die Gerichte als Kriegsverbrecher. Neben Hermann, sein Bruder Robert und – etwas im Windschatten – sein Neffe Ernst Röchling.
Als 2018 die Universität des Saarlandes dem ehemaligen Gestapo-Chef von Trier und Übergangs-Ministerpräsidenten Heinrich Welsch die Würde eines Ehrensenators aberkannte, fragte sich mancher, warum dem „kleinen Gestapo-Mann“ Welsch, wenn diesem ein waschechter Kriegsverbrecher auf der Ehrenliste - nämlich Ernst Röchling - folgte?
In wenigen Wochen will die Uni-Leitung über den von der Hochschulgruppe Linke Liste eingebrachten Antrag entscheiden. Ähnlich der Ärztekammer, die in diesen Wochen ihrem ehemaligen Ehrenpräsidenten und Euthanasie-Arzt Dr. Max Obé (1889-1969) posthum den Ehrentitel aberkennt, geht es bei Ernst Röchling darum, seine Mitschuld an der wirtschaftlichen Ausplünderung der besetzten Länder und die Misshandlung ausländischer Zwangsarbeiter in seinem Unternehmen, nicht länger mit einem „Ehrentitel“ zu verbrämen.

In Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Stiftung/Peter-Imandt-Gesellschaft lädt die Hochschulgruppe Linke Liste zu einem Online-Talk über Ernst Röchling aus Anlass der Aberkennung seiner Ehrensenatorenwürde ein.
Talkgäste sind: Hubert Kesternich, Hüttenhistoriker; Soheil Hemmati-Ortakand, Linke Liste; Patric Bies, Mitarbeiter RLS/PIG; Wolfgang Müller, Archivar Uni-Saar (angefragt). Moderiert wird die Veranstaltung wird von dem Journalisten und Historiker Julian Bernstein (u.a. SR, Saarbrücker Hefte).

Den Einwahllink gibt es nach Anmeldung unter imandt@web.de; die Veranstaltung wird auch live über Facebook gestreamt.

Kontakt

Peter Imandt Gesellschaft/Rosa Luxemburg Stiftung Saarland

Telefon: 0681 5953892