11. Oktober 2020 Exkursion Auf den Spuren von Erckmann-Chatrian

mit Alphonse Walter

Information

Veranstaltungsort

Abfahrt am Messegelände, Saarbrücken
Am Schanzenberg
66117 Saarbrücken

Zeit

11.10.2020, 09:00 - 19:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte

Kosten

Normalpreis: 20,00 €

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Auf den Spuren von Erckmann-Chatrian

Emile Erckmann und Alexandre Chatrian — zwei Köpfe, zwei Temperamente, und doch ein Autor — sind ein Kuriosum der Literaturgeschichte. Wenn sie bei schäumendem elsässischem Bier bis tief in die Nacht beisammensaßen und erörterten, was Erckmann, der eigentliche Fabulierer, am Tage geschrieben und Chatrian, der eher fürs Kompositorische begabte kritische Verstand, dem hinzuzufügen hatte, dann beseelte sie nicht allein ihre republikanische Gesinnung. Der Gemeinsamkeiten, die eine solche Koproduktion möglich machten, waren noch mehr. Knapp 70 Kilometer von Saarbrücken, im heimatlichen Phalsbourg waren beide im demokratischen französischen Denken als auch in der deutschen Erzähltradition verwurzelt.
Schon Erckmanns Vater war ein leidenschaftlicher Jakobiner und hatte als Freiwilliger an den Feldzügen der Revolution 1798 teilgenommen. Chatrian wiederum hatte einen Onkel, der als Hauptmann in den Armeen der Republik und des Kaisers diente. Und damit war ein großer Teil ihres Schaffens klar umrissen: republikanisches Grundgefühl mit scharfer Ablehnung des Adels, umfassende Menschenrechte, das Bewahren revolutionärer Traditionen, Ablehnung aller Kriege, keinen Antisemitismus. Das Konzept ging auf. Ihre Romane erreichten Millionenauflagen und kamen vor allem bei den „kleinen Leuten“ gut an. Lange vor dem Erstarken der Sozialdemokratie oder der Oktoberrevolution in Russland waren Erckmann-Chatrian Pflichtlektüre für jeden revolutionär denkenden und lesenden Arbeiter.
Mit einer Busfahrt nach Phalsbourg begeben wir uns auf die Spurensuche nach diesen einst berühmten Literaten. Unter der Führung von Alphonse Walter lernen wir einige Wirkungsstätten der beiden kennen. Natürlich mit einem Besuch des Erckmann-Chatrian-Museums im historischen Rathaus. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Erckmann-Chatrian“ geht es weiter ins idyllische Grauftal, wo wir den volkstümlichen Bezügen ihres Werks nachgehen. Alphons Walter wird hierbei kurze Lesungen machen.
Alphonse Walter, Autor, Übersetzer und Theatermacher lebt in den lothringischen Vogesen. Er ist Gründer und Leiter des „Lothringer Theaters“, verfasste mehrere Mundartstücke und brachte Klassiker wie Molière, Brecht, Thoma und Euripides in lothringisch auf die Bühne. Als Schauspieler wirkt er auch in deutschen Gruppen mit und bezeichnet sich selbst als „Sprach- und Kulturschmuggler an der Grenze“. Walters neuestes Projekt ist die Neuübersetzung des Erfolgsromans von Erkmann-Chatrian: „Freund Fritz“, der im St. Ingberter Röhrig-Verlag erscheint. Darin wird das behagliche Dasein und die strikten Lebensregeln des vermögenden Fritz Kobus beschrieben, der mit üppigen Schlemmergelagen und ausgiebiger Nutzung seines Weinkellers zu einer Art Aushängeschild des Elsass wurde.

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Standort

Kontakt

Peter Imandt Gesellschaft/Rosa Luxemburg Stiftung Saarland

Telefon: 0681 5953892