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Eine der populärsten Persönlichkeiten der politischen Linken im Saargebiet der Völkerbundzeit zwischen 1920 bis 1935 war Heinrich Sommer. Der Heiligenwalder lernte nach der Volksschule den Beruf eines Schlossers.
Während seiner Soldatenzeit lernte Heinrich Sommer Karl Liebknecht kennen, der am 2. Dezember 1914 im Reichstag gegen die Kriegskredite gestimmt hatte und deshalb als Armierungssoldat im Februar 1915 eingezogen worden war.
Heinrich Sommer war 1920 in Heiligenwald der KPD beigetreten und gehörte von 1921 bis 1935 dem Gemeinderat seines Heimatdorfes an. Bei der Wahl zum Landesrat 1932, wurde er auch zu Mitglied des Saarparlamentes gewählt. Infolge des im Juni 1934 geschlossenen Einheitsfront-Abkommens zwischen KPD und SPD im Saargebiet, warnte Sommer mit sozialdemokratischen Referenten in Versammlungen und Kundgebungen vor dem Terror der NSDAP.
Er sollte die „blutigen Henkermethoden“ am eigenen Leibe verspüren. Die „Arbeiter Zeitung“ berichtete am 5. September unter dem Titel: „Der braune Mordversuch an dem Genossen Sommer“, dass die Heiligenwalder Nazis den Abgeordneten zusammengeschlagen und schwer verletzt hatten. Bewusstlos geschlagen und getreten hatten sie ihn liegen lassen. Die erst Tage später anrückende Polizei zeigte keinerlei Interesse an einer Untersuchung des Falles…
Nach der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 durfte Sommer nicht zögern und ging mit der Familie zunächst ins französische Exil, später nach Schweden. Er entging einer Auslieferung an Deutschland nur durch ein Visum für die UdSSR. Ab 3. Mai 1941 lebte er mit Frau und Sohn Artur in einem Emigrantenheim in Moskau bis zu deren Evakuierung.
Mit dem Überfall auf die UdSSR am 21. Juni 1941 gerieten auch immer mehr deutsche Soldaten in Kriegsgefangenschaft und es entstand die Idee in den Gefangenenlagern Aufklärungsarbeit zu leisten und möglichst Multiplikatoren zu gewinnen. Heinrich Sommer stellte sich dieser Aufgabe und arbeitete bis Kriegsende als politischer Instrukteur im Kriegsgefangenenlager Luxemburg bei Tiflis (Tbilissi) und später in Stalino, dem heutigen Donezk im Lager 230.
1946 ließ sich Heinrich Sommer mit Familie in Berlin nieder. Er verstarb am 1. Mai 1967 ohne seine alte, ihm wohl fremd gewordene Heimat, jemals wiederzusehen.
Siehe: Luitwin Bies (1930-2009), „Für den Sturz des Naziregimes – Widerstand und Verfolgung von saarländischen Antifaschisten“, Blattlaus-Verlag 2007